Sucht im Alter - Sensibilisierung und Qualifizierung von Fachkräften in der
Alten- und Suchthilfe

"Schädlicher Suchtmittelkonsum und Abhängigkeit im Alter werden bisher zu wenig beachtet und oft nicht erkannt. Oftmals ist auch das Pflegepersonal nicht ausreichend auf den Umgang mit Suchtproblemen vorbereitet", so die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans. "Aus der Praxis wissen wir, dass bisher eine Abstimmung zwischen Altenhilfe und Suchthilfe kaum erfolgt. Damit werden vorhandene Expertisen für dieses spezifische Problemfeld nicht ausreichend genutzt."

Mit 1,2 Millionen Euro hat daher das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) von 2010-2012 acht Modellprojekte zur Sensibilisierung und Qualifizierung von Fachkräften in der Sucht- und Altenhilfe. Im Rahmen der Modellprojekte wurde eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen Alten- und Suchthilfe aufgebaut, die auf gegenseitiges voneinander Lernen und einem gleichberechtigten Austausch zwischen den Fachkräften basiert. Im Rahmen der Projekte wurden z.B. bedarfsgerechte gemeinsame Fortbildungen für Fachkräfte der Alten- und Suchthilfe und Curricula für die Ausbildung konzipiert und erprobt. Es war vorgesehen für die tägliche Arbeit, Strukturen zur gegenseitigen Beratung zu schaffen und gemeinsame Fallbesprechungen durchzuführen.

Alle acht Projekte verliefen erfolgreich. Neben der Qualifizierung der Fachkräfte konnte das Thema v.a. lokal in der Öffentlichkeit stärker in das Bewusstsein gerückt werden. Um die gewonnenen Erkenntnisse weiter nutzen zu können, ist eine Verstetigung der Ansätze vor Ort und eine breitere Implementierung der besten Präventionsansätze notwendig. Daher hat sich das Bundesministerium entschlossen in 2013 mit ca. 500.000 € eine zweite Förderphase anzuschließen. Ziel dieser Förderphase ist, die dauerhafte Implementierung der bisher erprobten Ansätze und die Bündelung der Ergebnisse.


SUCHT IM ALTER Hamburg setzt an im Bereich der ambulanten Altenhilfe und Pflege. Denn in Seniorenwohnanlagen und über ambulante Pflegedienste werden besonders viele ältere Menschen betreut, für die wir künftig bedarfsgerechte aufsuchende Hilfen zugänglich machen wollen.


„Sucht im Alter“ war bis vor wenigen Jahren noch kein Thema - auch nicht fürs Gesundheitswesen. Süchtig waren eher die jungen Menschen z.B. nach Alkohol, nach Heroin oder Kokain. Aber alte Menschen, süchtig nach Alkohol, Nikotin, Medikamenten oder gar nach illegalen Drogen?


Wahrnehmen, Ansprechen, Thematisieren, Coachen, Handeln - das ist der Leitfaden, der Fachkräfte der Sucht- und Altenhilfe im täglichen Umgang mit suchtkranken älteren Menschen in die Hand gegeben werden soll. Im Rahmen des Projektes entsteht ein Lehrplan für eine praxisorientierte Weiterbildung.


Sucht hat keine Altersbeschränkung und ist schon auf Grund der  demografischen Entwicklung der Bevölkerung eine Problemlage, die in Alten- und Suchthilfe wahrzunehmen  ist. Im Essener Projekt  wird deren Beachtung und kooperatives Handeln von Fachleuten gefördert.

 


Die Sucht- und Altenhilfe in einer ländlichen Region (Altkreis Brilon) werden verbindlich vernetzt. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden umfangreich geschult. Gemeinsame Fallarbeit bietet die Voraussetzung,  die gesundheitliche Situation älterer Menschen mit Suchtmittel bezogenen Störungen und ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.


Ziel des Schweriner Modellvorhabens „Sucht im Alter - Sensibilisierung und Qualifizierung von Fachkräften in der Alten- und Suchthilfe“ ist der Auf- und Ausbau von verbindlichen Kooperationsstrukturen zwischen der Alten- und der Suchthilfe auf Landes- und auf lokaler Ebene in mehreren Schritten, um eine flächendeckende Vernetzung zum Ende des Vorhabens zu erreichen.


Ziel des Modellvorhabens „Gemeinsam für ein gelingendes Leben im Alter- Netzwerk der Alten- und Suchthilfe im ambulanten und stationären Setting“ ist der Aufbau einer Vernetzungsstruktur der Sucht- und Altenhilfe mit dem Ziel, die Lebensqualität der betroffenen Menschen im höheren Lebensalter nachhaltig zu verbessern.

Expertenwissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sucht- und Altenhilfe wird in einem gemeinsamen Kommunikationsprozess formuliert und zu interdisziplinären Interventionsstrategien weiterentwickelt. Aufbauend auf das so entstandene Wissen werden vernetzte Strukturen entwickelt, in denen eine kollegiale Beratung in Form eines internetgestützten Konsiliardienstes stattfindet. Zusätzlich werden aus diesem Material Curricula für die Aus- Fort und Weiterbildung beider Berufsgruppen und die Studiengänge der Fachhochschule entwickelt.


Gegenstand des  Psychosozialen Netzwerkes Sucht im Alter ist der Aufbau eines Netzwerks zwischen Altenhilfe (offene, ambulante und stationäre) und Suchthilfe. Über eine Sensibilisierung der Mitarbeiter in den Hilfesystemen wird die Wahrnehmung von suchtauffälligen älteren Menschen verbessert, die Motivation älterer Menschen zur Veränderung des Substanzkonsums gefördert und entsprechende Hilfsangebote vermittelt.


Projektübergreifende Analyse des Förderschwerpunktes „Sucht im Alter – Sensibilisierung und Qualifizierung von Fachkräften in der Alten- und Suchthilfe“