Viele Krankheiten, die noch vor einigen Jahrzehnten
lebensbedrohlich waren, sind heute mit modernen
Arzneimitteln gut behandelbar oder lassen sich
ganz vermeiden.Viele chronische Krankheiten,
wie z. B. Bluthochdruck, Herzschwäche oder
Diabetes,können durch die regel- mäßige Einnahme
von Medikamenten soweit beherrscht werden,
dass sie den Alltag der Erkankten nur wenig
beeinträchtigen.
Medikamente können jedoch auch unerwünschte
Wirkungen, so genannte Nebenwirkungen, haben.
Sie können beispielsweise schläfrig machen und
den Magen belasten oder Symptome wie Schwindel
und Schwitzen hervorrufen. Manche Medikamente
verändern die Wahr- nehmung und das Empfinden
oder die Reaktionsfähigkeit, ohne dass man das
selbst bemerkt. Schlimmstenfalls sind bleibende
Gesund- heitsschädlich, z. B. an Leber und Nieren,
möglich.Werden mehrere Medikamente gleichzeitig
eingenommen, steigt das Risiko für Neben- wirkungen.
Denn zwischen den Wirkstoffen der
verschiedenen Medikamente kann es zu unberechenbaren
und manchmal gefährlichen Wechselwirkungen
kommen.
Alkohol beeinflusst die Wirkungsweise vieler
Medikamente. Er kann sie beispielsweise unwirksam
machen, ihre Wirkung verstärken oder
schwere Nebenwirkungen hervorrufen. Deshalb
gilt der dringende Rat: Sobald ein Medikament
eingenommen wird, sollte – durch Rückfrage bei
Arzt bzw. Ärztin – geklärt werden, ob
trotz Einnahme eines bestimmten Medikaments
Alkohol getrunken werden darf. Das gilt auch für
freiverkäufliche Mittel!
Insgesamt sind mehr als
die Hälfte aller Verordnungen für Patientinnen
und Patienten über 60 bestimmt. Auch deshalb sind ältere Patientinnen und Patienten von
Nebenwirkungen sehr viel häufiger betroffen als
jüngere.
| Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre
Ärztin über alle von Ihnen für verschiedene
Beschwerden eingenommenen
Medikamente und fragen Sie
nach möglichen Nebenwirkungen. |
Doch nicht jede Verordnung und Einnahme von Medikamenten ist sinnvoll und angemessen. Zuwenig beachtet wird beispielsweise, dass die Dosierung von Medikamten an das Lebensalter angepasst werden muss. Eine Reihe von Veränderungen im Organismus bewirken, dass Medikamente bei älteren Menschen verzögert wirken und länger im Körper bleiben, als bei Menschen im jüngeren oder mittleren Lebensalter. Wird dies bei der Verschreibung oder Einnahme nicht beachtet, kann es zu einer schädlichen Wirkstoffanhäufung im Körper kommen.
Als
Patientin bzw. Patient sollte man nicht bei jedem
Arztbesuch ein Rezept erwarten. Eine gut durchdachte und
sparsame Behandlung mit Medikamenten hilft
Nebenwirkungen vermeiden und bekämpft die
wichtigsten Beschwerden ebenso wirksam, wie
eine Verordnung- und Einnahmepraxis nach dem
Motto »Viel hilf viel«.
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