Ihre Spende hilft

Probleme durch Drogen

Durch eine langjährige Konsumgeschichte leiden die meisten älteren Konsumenten/innen nicht nur unter ihrer Abhängigkeit. Häufig kommen weitere körperliche und psychische Erkrankungen sowie soziale Probleme hinzu. Bei älteren Konsumenten/innen von Opioiden werden Erkrankungen und Gesundheitszustände festgestellt, die sonst typischerweise erst 20 Jahre später auftreten. Gerade durch den langjährigen Konsum von Opioiden sind die Gesundheitsprobleme sowie die sozialen Lebenslagen oftmals gravierend eingeschränkt.

 

Häufige körperliche Erkrankungen:

  • Bei intravenös Konsumierenden (verwenden von Spritzen) treten Infektionskrankheiten wie HIV oder Hepatitis C vermehrt auf. Das Risiko einer Neuinfektion steigt mit dem Alter. Gerade Hepatitis C ist eines der häufigsten gesundheitlichen Probleme älterer Opiatkonsumenten/innen. Bei 42,2 % liegt eine chronische Erkrankung vor.
  • Experten/innen der Suchtkrankenhilfe berichten häufig von Organschädigungen wie Leber- und Lungenerkrankungen, Durchblutungsstörungen, Hypertonie und Nierenfunktionsstörungen. Außerdem treten Krebserkrankungen und Schädigungen der Blutgefäße sowie Abszesse und Thrombosen auf. 
  • Durch jahrelangen Drogenkonsum ist bei einigen Konsumenten/innen ein vorzeitig und plötzlich auftretender, beschleunigter Alterungsprozess festzustellen. Dadurch können altersbedingte Krankheiten wie Diabetes mellitus Typ 2, Osteoporose und Altersdemenzen früher auftreten. Schon ab 40 Jahren kann eine Pflegebedürftigkeit vorliegen.
  • Durch mangelnde Zahnhygiene und falsche Ernährung treten oft Zahnerkrankungen auf. Bei einigen Abhängigen führt dies bereits im Alter zwischen 25 und 35 Jahren zum Verlust sämtlicher Zähne.
  • Folgenwirkungen von Suchterkrankungen können zudem Stürze, nachlassende körperliche Leistung, Hirnleistungsstörungen, Antriebs- und Interessenlosigkeit, Stimmungsschwankungen, sozialer Rückzug und nachlassende Körperhygiene bis zur Verwahrlosung sein.

 

Häufige psychische Erkrankungen:

  • Viele Drogenabhängige, insbesondere Konsumenten/innen von Opioiden, konsumieren verschiedene Drogen, Alkohol, Tabak und Medikamente zugleich in abhängiger Weise.
  • Emotionale Störungen (Angstzustände oder Depressionen) sowie schizophrene Erkrankungen treten bei langjährig Konsumierenden mit zusätzlichen psychischen Erkrankungen häufig auf. Auch Persönlichkeitsstörungen können Begleiterscheinungen des Drogenkonsums sein.
  • Bei vielen Drogenkonsumenten/innen verschlechtert sich die psychische Verfassung schon in jungen Jahren. Auch im Alter besteht dieser Zustand fort.

 

Soziale Problemlagen:

  • Szenetypische Verhaltensweisen verfestigen sich über die Jahre. Der permanente Beschaffungsdruck führt oft zu einer Gewöhnung an Verhaltensmuster der (illegalen) Geldbeschaffung für den Drogenerwerb.
  • Nicht selten kommt es zum Verlust von Bezugs- und Vertrauenspersonen wie früheren Freunden/innen, der Familie, aber auch der eigenen Kinder. Vermehrt werden nur noch Kontakte zur Drogenszene gepflegt.
  • Soziale Isolierung, Vereinsamung und finanzielle Schwierigkeiten können ebenfalls Folgen des jahrelangen Drogenkonsums sein.
  • In Drogenszenen werden Ältere zuweilen von jüngeren Konsumenten/innen an den Rand gedrängt. Dadurch kommt es häufig auch zum Rückzug und zur verstärkten Isolation. Dies kann zur Folge haben, dass mit zunehmendem Alter die Beschaffung noch schwieriger wird.