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Ältere Konsumenten/innen illegaler Drogen

Illegale Drogen sind bewusstseinsverändernde Substanzen, deren Besitz, Erwerb, Weitergabe und Anbau bzw. Herstellung durch das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) verboten ist. Darunter fallen z.B. Opiate wie Heroin, Halluzinogene wie Cannabis und LSD, sowie Amphetamine oder Kokain.

Der Konsum illegaler Drogen ist vorwiegend ein Phänomen, das mit jungen Menschen in Verbindung gebracht wird. Tatsächlich ist das „Experimentieren“ mit Drogen für viele Konsumenten/innen eine vorübergehende Phase in der Jugend und im jungen Erwachsenenalter. Aber andererseits haben illegale Drogen wie Heroin oder Kokain ein enormes Abhängigkeitspotenzial. Eine Suchterkrankung ist ohne professionelle Hilfe kaum zu überwinden. In den 1980er Jahren wurden in der Suchthilfe in Deutschland schadensverringernde Maßnahmen eingeführt, die auf eine Minderung der gravierenden Begleiterscheinungen im gesundheitlichen und sozialen Bereich von Konsumenten/innen abzielen. Hervorzuheben sind beispielsweise flächendeckende Angebote der Substitutionsbehandlung, Nadeltauschprogramme, Kondomvergabe und die Einrichtung von Konsumräumen.

Die Erfolge der schadensverringernden Programme ermöglichten Konsumenten/innen trotz fortgesetzten Konsums und andauernder Abhängigkeit das Überleben. Eine Abnahme drogenbezogener Todesfälle und begleitender Erkrankungen sowie die Stabilisierung der gesundheitlichen und sozialen Lebenssituation vieler Abhängiger sind auf die positiven Effekte schadensverringernder Angebote zurückzuführen.

In Einrichtungen des Suchthilfesystems werden auch Personen behandelt, die bereits in den 1980er und 1990er Jahren an einer Opiatabhängigkeit erkrankten. Das sind Konsumenten/innen, die ihre Sucht über nun Jahrzehnte nicht überwinden konnten. Im Alter um die zwanzig Jahre bei Beginn ihrer Drogenproblematik, sind sie heute über 40 Jahre alt. Eine derart langjährige Krankheitsgeschichte hinterlässt bei den Betroffenen oft erhebliche Spuren. Die psychische und körperliche Gesundheit sowie die sozialen Lebenslagen sind teilweise gravierend eingeschränkt. Bei vielen Klienten/innen stellen behandelnde Ärzte/Ärztinnen und Sozialarbeiter/innen eine vorzeitige und beschleunigte Alterung fest. Es werden Erkrankungen und Gesundheitszustände beobachtet, die normalerweise erst 20 Jahre später auftreten.

Im Fokus der Untersuchungen von „älteren Drogenkonsumenten/innen“ stehen zumeist Opiatabhängige. Die Untersuchungen orientieren sich häufig an der Altersgrenze von 40 Jahren. Sie berücksichtigen dabei die beschriebenen Faktoren „langjährige Abhängigkeit“ und die damit verbundene „Gesundheitssituation“. In den Behandlungseinrichtungen ist diese Klientengruppe in den letzten Jahren gewachsen. Von den Klienten/innen, die wegen einer Opioidproblematik behandelt werden, sind mittlerweile über ein Viertel älter als 40 Jahre.